Berlin belegt Platz 3
Drei Fragen an Stephan Mahnecke
Stephan Mahnecke ist geschäftsführender Gesellschafter bei Party Rent Berlin. 2007 gründete er den Standort in der Hauptstadt und aktuell beschäftigt Stephan 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 6 Auszubildende.
Faszination Weltstadt. Berlin übt - geprägt durch eine bewegende Geschichte und rasche Veränderungen – eine ganz besondere Faszination aus. Berlin, eine Trendmetropole mitten im Herzen Europas, immer am Puls der Zeit. Auch als Messe und Kongressstandort boomt die Bundeshauptstadt. Eventmarketing und Wirtschaftskommunikation sprechen hingegen immer wieder von der ‚toten Insel‘. Gibt es diesen Spagat wirklich und aus welcher Perspektive siehst Du Deine Stadt?
Ich sehe Berlin keineswegs als ‚tote Insel‘. Ganz im Gegenteil: Die Geschichte unserer Stadt, ihre immer noch spannende strategische Lage als ‚Tor zwischen Ost und West‘, ihre Lebendigkeit und ihr Zeitgeist geben Berlin als Standort für Eventmarketing und Wirtschaftskommunikation eine einzigartige Dynamik. Sicher, im Vergleich zum Süden des Landes oder Nordrhein Westfalen fehlt es uns an großen Industrieunternehmen. Dennoch: Berlin belegt nach Wien und Paris Platz 3 im Ranking der wichtigsten Eventdestinationen der Welt – gefolgt von Madrid, Barcelona und Singapore. Ich denke da haben wir gerade in der Veranstaltungswirtschaft keinen Grund zu klagen. Ganz im Gegenteil - da sind wir ganz weit vorne.. Und einen kleinen Beitrag dazu leisten wir von Party Rent – wie viele andere Berliner Eventdienstleister – mit unserer täglichen Arbeit. Die Zusammenarbeit der Marktteilnehmer gebündelt über die Initiative zur Vermarktung Berlins, getragen vom BCO ist – übrigens auch nach Meinung vieler ausländischer Veranstaltungsprofis – einzigartig. Die so koordinierten Marketing-Aktivitäten erhöhen den Erfolg der Destination Berlin für die Eventbranche. Für die Attraktivität sorgt der Standort selbst. Landesvertretungen aller Bundesländer, fast alle Botschaften der Welt und die Hauptstadtrepräsentanzen etlicher, großer Konzerne aus der ganzen Welt sorgen für einen Fokus auf die Hauptstadt. Wie Ernst Reuter schon sagte: „Ihr Völker der Welt – schaut auf diese Stadt“. Ein natürlicher ‚Magnet‘ bleibt selbstredend, das politische Berlin, das nur allzu oft zum Zentrum Deutschlands, ja manchmal sogar zum Zentrum Europas wird. Hier ‚stolpert‘ der Veranstaltungsplaner über die Vergangenheit, wird laufend von der Gegenwart ‚unterbrochen‘ und manchmal sogar schon in die Zukunft ‚entführt‘. Berlin ist auf dem Weg, seine preisliche Attraktivität durch Inhalte abzulösen – ein spannender Paradigmenwechsel steht also bevor. ‚Arm aber sexy‘ wird wohl bald der Vergangenheit angehören – obwohl [lächelt] sexy wollen wir eigentlich schon bleiben.
Euro-Krise, kleinere Budgets, weniger Events, mehr/stärkerer Wettbewerb. Wie schaffst Du es, die Qualitätsstandards als führender Event-Supplier hoch zu halten?
Um unterschiedlichen Budgetanforderungen adäquat begegnen zu können, haben wir schon lange vor Weltwirtschafts- und Eurokrise in allen Produktsegmenten auf Materialien mit unterschiedlicher Wertigkeit gesetzt. Dabei müssen wir jedoch unbedingt berücksichtigen, dass kundenseitig für alle Budgets ein ständig steigender Qualitätsanspruch besteht. Und genau das ist die große Herausforderung, der wir uns im Tagesgeschäft an allen Standorten der Party Rent Group stellen. Wir müssen – und wir können auch kleinen Budgets mit vergleichsweise hohen Qualitätsstandards begegnen. Und das führt dazu, dass wir oftmals die ‚Nase vorn‘ haben. Denn unsere Kunden wissen, dass sie sich auch bei kleinen Budgets immer voll und ganz auf uns verlassen können; und das ist für die reibungslose Umsetzung ihrer Projekte enorm wichtig. Gerade Kunden von ‚Außerhalb‘ wollen die gleiche Wertigkeit, wie in Barcelona, Wien, Paris oder London, und das trotz geringerer Budgets. Allerdings werden auch im Premium-Segment die Produktzyklen immer kürzer, die Amortisationszeiten verringern sich, das macht uns den Spagat bei kleinen Budgets nicht immer leicht. Dennoch, dem Wettbewerb am Markt begegnen wir mit Fairness und kreativen Ideen – davon profitieren in allererster Linie unsere Kunden und in der Folge profitieren wir als Organisation. Haben Kunden künftig Budgetherausforderungen, dann werden zuverlässige und langjährige Geschäftsverbindungen immer wichtiger. Ich glaube ganz fest an die Rückkehr kaufmännischer Tugenden, meiner Auffassung zur Folge ein positiver Effekt der Krise. Allerdings gilt es auch immer wieder zu vermitteln, dass unser Tagesgeschäft eine ‚knüppelharte‘ Dienstleistung ist. Wir arbeiten sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag: Be- und entladen, putzen, spülen, rangieren, ausliefern, lackieren, reparieren, prüfen, testen, grübeln, entwickeln – dies alles mit der inneren Überzeugung, Dienstleistung im richtigen Licht zu sehen, nämlich als Leistung im Dienste unserer Kunden.
Vor mehr als zwanzig Jahren fiel die Mauer. Aus zwei Staaten wurde einer, aus zwei Stadtteilen wurde eine Stadt, die Stadt. Berlin – eine junge, dynamische und weltoffene Metropole, die sich immer wieder neu erfindet. Wie hast Du als waschechter Berliner Junge den Fall der Mauer erlebt?
Das ist eine häufig gestellte Frage und ich kann nicht umhin, ein wenig zu schmunzeln. Denn es gibt (Wahl-) Berliner, die dazu ganze Bücher verfasst haben. Ich denke tatsächlich, jeder Berliner hat dazu seine ganz persönliche kleine- oder große Geschichte. Der Fall der Mauer war das Ergebnis einer langen Reise, die jeder unterschiedlich erlebt- und womöglich mitgeprägt hat. Ich selbst habe auf dem Weg zur Demokratie politisches Kabarett gespielt – sicher eine exotische Seltenheit in der DDR. Am Tag des Mauerfalls war ich junge- und ehrlich gesagt auch etwas orientierungslose 16 Jahre alt. Gerade die ersten fünf Jahre nach der Wende bestanden aus einem schwer zu beschreibenden Strudel an Ereignissen. Vor mir lag eine Welt der unbegrenzten Möglichkeiten – von vielen Chancen begleitet, aber auch von so manchen Ängsten geprägt, machte ich mich auf den Weg, meinen ganz persönlichen Weg, die große, weite Welt zu entdecken. Erst Jahre später habe ich die Liebe zu meiner Heimatstadt Berlin wieder entdeckt – tja wie heißt es so schön: ‚Alte Liebe rostet halt nicht‘. Und einen Koffer hatte ‚ick‘ ja immer in Berlin. Seit sieben Jahren ist Berlin nun wieder mein zu Hause, das zu Hause meiner Familie und das zu Hause meines Unternehmens, das inzwischen auch ein Teil meiner Familie ist.
Qualität für Ihre Veranstaltung
Die Party Rent Group ist ein europaweit agierender Eventausstatter mit 24 Standorten und rund 950 Mitarbeitern in neun Ländern. Seit über 25 Jahren setzen wir ganzheitliche Ausstattungskonzepte für Veranstaltungen um und verbinden dies mit einer Logistik, die an die Bedürfnisse der Eventbranche angepasst ist. Unser Anspruch dabei: die perfekte Atmosphäre.



